Beiträge von Hannah

Bildung für alle

Leider entscheidet in Deutschland, wie in kaum einem anderen Land, die soziale Herkunft über den individuellen Erfolg im Bildungswesen. Dazu kommt, dass weder auf die Begabungen noch auf die Schwächen und Probleme der einzelnen SchülerInnen eingegangen wird! Dies fängt schon im Kindergarten an, setzt sich mit einem mehrgliedrigen Schulsystem fort und endet auch nicht in der Hochschule.

Nur 2% aller Studis in Deutschland kommen aus einem Elternhaus mit niedrigem Bildungshintergrund, dagegen kommen 2/3 aus einem Akademikerhaushalt. Damit ist Deutschland zusammen mit z.B. der Slowakei oder Lettland Schlusslicht in der EU.

Neben gebührenfreier Bildung und einer Abkehr vom mehrgliedrigen Schulsystem ist hier vor allem auch die Anhebung und Ausweitung des BAFöG erheblich. Jedem Menschen muss die Möglichkeit gegeben sein, den gewünschten Bildungsweg einschlagen zu können. Dafür sollte auch jede*r per Gesetz einen Anspruch auf das Breitenförderungsinstrument BAföG haben. Hierbei ist dieser Anspruch unabhängig vom Einkommen der Eltern und der Herkunft der Studierenden zu sehen.

Das bereits 1971 eingeführte und später wieder abgeschaffte Konzept des Vollzuschusses der staatlichen Studienfinanzierung muss wieder aufgenommen werden. Da sich im derzeitigen Rückzahlungssystem Schulden von bis zu 10.000 Euro nicht vermeiden lassen, hält auch das BAföG-System aufgrund der herkunftsabhängigen Verschuldungsbereitschaft Studieninteressierte von der Aufnahme eines Studiums ab. Außerdem belastet die durch die Rückzahlungspflicht entstehende Überschuldung die Betroffenen stark.

Zu Bildung für alle zählt aber nicht nur der Hintergrund der Eltern. Viele Gebäude bzw. Hörsäle am KIT sind leider immer noch nicht barrierefrei zugänglich. In ganz Deutschland gibt es gerade einmal 7% Studis mit Beeinträchtigungen, für das KIT gibt es leider keine Informationen. Auch hier gilt es also viel zu leisten damit Studierende mit Beeinträchtigungen in Zukunft besser oder auch überhaupt studieren können.

Auch der Anteil an ausländischen Studierenden ist am KIT mit ca. 17% gar nicht so hoch wie man es beim oft geäußerte Anspruch einer internationalen Universität erwarten könnte. Hier gilt es sowohl am KIT als auch auf Landes- und Bundesebene den Zugang zu fördern.

Schließlich und endlich ist auch das Thema Gleichstellung auch in diesem Bereich ein Wichtiges. Das KIT hat mit 27% den geringsten Frauenanteil unter TU9-Universitäten. Die Gründe dafür sind vielfältiger Natur und fangen oft schon im Kindesalter an, wenn Jungs oft eher darin gefördert werden zu bauen und zu forschen als Mädchen, gehen weiter mit sexistischen Lehrern und dann leider hier auch oft ebensolchen Dozenten.