Ökostrom am KIT

Eine Universität (und natürlich auch ein Forschungszentrum) ist ein Ort der Zukunft. Das sollte sich auch in ihrer Organisation und Infrastruktur widerspiegeln. In Deutschland hat sich dankenswerter Weise bei den meisten Menschen die Erkenntnis durchgesetzt, dass Energiegewinnung aus Atomkraft und Kohle und anderen fossilen Energieträgern, auf Grund ihrer nicht abschätzbaren Risiken oder Folgen für den Klimawandel, keine Zukunft haben sollten. Die Erneuerbaren haben zwar vor allem beim Stromverbrauch schon eine beachtliche Steigerung des Strommarktanteils erreicht (von 1997 bis 2012 hat sich der Anteil des Endverbrauchs um ca. 20% auf ein ca. viertel des Endverbrauches erhöht) und es werden bis 2020 eine weitere Steigung auf 40-50% des Endverbrauch-Marktanteils prognostiziert 1, allerdings darf man sich deswegen noch nicht zurücklehnen. Hier sollte sich nicht mit Minimalzielen begnügt werden. Es ist durchaus realistisch bis 2030 in Deutschland eine komplette Deckung des Stromendverbrauchs durch erneuerbare Energien zu erreichen3.
Damit dies erreicht wird, muss, wenn die Politik nicht beschleunigend eingreift (was bei der jetzigen GroKo nicht wahrscheinlich ist2), der Verbraucher selbst auf erneuerbare Energien umsteigen.
Das KIT kann als Groß-Verbraucher hier durch das Beziehen von Ökostrom mehr tun, als nur ein Zeichen setzen.

Dabei ist Ökostrom nicht gleich Ökostrom. Da es in Deutschland keine rechtlichen Definition für Ökostrom gibt, kann jeder Anbieter seinen Strom theoretisch als Ökostrom deklarieren. Es ist also wichtig das der bezogene Ökostrom durch eines der anspruchsvollen Ökostrom-Gütesiegel wie das „ok-Power Label“ oder das „Grüner Strom Label“ zertifiziert ist. Diese garantieren u.a., dass der bezogene Strom aus 100% regenerativen Energiequellen in das Stromnetz eingespeist wird und das neue Anlagen zur „Produktion“ erneuerbarer Energien geschaffen werden.
Es ist nämlich nicht ausreichend, wenn z.B. Strom einfach nur aus einem 20 Jahre alten Wasserkraftwerk bezogen werden, aber keine neuen Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien gebaut werden. Damit wird nur eine Verlagerung des Verbrauchs des konventionell erzeugtem Stroms erreicht.
Deswegen ist es umso wichtiger, dass das KIT echten Ökostrom bezieht und damit seinen Teil zu einer gelingenden Energiewende beiträgt.

Links zum weiterlesen:
Studie des SRU
Stromauskunft Ökostrom
ökostrom.net

  1. Quelle: Wikipedia Erneuerbare Energien Stand vom 16.06.2014 [zurück]
  2. Siehe: Koalitionsvertrag GroKo[zurück]
  3. Quelle: Interview mit einem der Hauptautoren der am Ende verlinkten Studie des SRU [zurück]